Agarax - Der Hexenfluch {Urban-Fantasy-Thrillerroman-Rezi}

Alexandra Gorzen | Mittwoch, 20. April 2016
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Titel: Agarax - Der Hexenfluch
Autor: Leo Aldan
Verlag: BookRix
Preis: 2,99€ (Kindle Edition)











Inhalt

Was wäre, wenn dein Großvater im Alter von 28 Jahren verstarb ...
Was wäre, wenn auch dein Vater mit 28 gestorben ist ...
Was wäre, wenn du selbst bald so alt würdest?

Aus Angst, dass es auch ihn erwischt, fährt Jeff in den Semesterferien zu seinem Geburtsort. In dem abgelegenen Kaff in den Bergen von West Virginia, wo der Aberglaube blüht, will er die Todesursachen seiner Ahnen erforschen. Dort trifft er die hübsche Nicole, die versucht, einen Stalker abzuschütteln und nach Hinweisen auf ihre kürzlich spurlos verschwundene Mutter sucht. Die anfänglich nostalgische Idylle wandelt sich zu einem Albtraum, als ein Mörder bestialisch zuschlägt. Zunächst vermutet man die Tat eines Irren, doch als Jeff tief in die Vergangenheit seiner Familie vordringt, stößt er auf ein grausiges Geheimnis ... und er ahnt nicht, welche längst vergessenen Mächte geweckt wurden ... 


Meine Eindrücke

Der Roman handelt zum einen von Justinian (Spitznamen: Justy oder Jeff), der in seinen alten Heimatort zurückkehrt, um herauszufinden, weshalb seine männlichen Vorfahren alle im jungen Alter von 28 Jahren gestorben sind. Seine alte Heimat Pine Dale steht zu Jeffs Charakter im  Kontrast: Während Jeff vollkommen rational ist, es Märchengestalten für ihn nur in Märchenbüchern gibt und er sich liebend gerne hinter Sachbüchern verkriecht, geht mit den Einwohnern des kleinen Kaffs aus dem er stammt der Aberglaube durch. Jeff ist ein schlauer Mann, der sich einiger Tricks und seiner Schlauheit bedient, um sich durch die Hindernisse und Probleme zu kämpfen, denen er gegenüber steht. Zu Anfang gibt es noch ein paar alte Freunde von ihm (Brian und Bob), die im Laufe des Buches ein paar Male eine wichtige Rolle spielen.
Auf der anderen Seite steht Nicole oder auch Nicki genannt. Sie ist Heilpraktikerin, die ihre Fähigkeiten von ihrer Mutter erlernt hat und sich nun ebenfalls nach Pine Dale begibt, um nach ihrer verschwundenen Mutter zu suchen. Sie verkörpert ebenfalls, allein dadurch, dass sie eine Heilpraktikerin ist, eine Gegenposition zu Jeffs Überzeugungen, wenn auch nur eine kleine. Im Gegensatz zu Jeff lässt sie sich leichter auf den Aberglauben der Pine Daler Einwohner ein, aber selber wirklich daran glauben, tut sie nicht.
Die Perspektive im Roman pendelt immer wieder zwischen Nicki und Jeff hin und her, wodurch man einen guten Überblick hat, einem aber nicht zu viel, beziehungsweise fast gar nichts, über den Werdegang der Geschichte verrät. Den Schreibstil würde ich als sehr detailliert und ausführlich beschreiben, vielleicht auch etwas distanziert. Es wird sehr oft die Umgebung oder Objekte genauestens beschrieben, was einem für die Vorstellungskraft des Geschehens hilfreich ist, dafür aber erhält der Leser nur wenige Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonisten und erschwert es einem sich in das Geschehen hineinzufühlen. Was anfangs für ein wenig Verwirrung sorgt, sind die vielen Menschen die einem "vorgestellt" werden, aber das legt sich mit der Zeit, wenn die unwichtigen Nebencharaktere verschwinden und man sich an die wichtigeren gewöhnen kann. Ebenfalls ein wenig störend sind die ab und an auftauchenden Fremdwörter, die verschiedene Vogelarten oder anderes benennen, dafür befindet sich aber immerhin im Anhang eine Worterklärung für die jeweiligen Wörter. Interessant waren auch die vielen fantasievollen Namen der Hexen in einer sehr fantasievollen Welt, die später auftauchen und von denen es reichlich gibt. Im Allgemeinen ist der Schreibstil sehr ernst und hält das größtenteils konsequent bis zum Ende hin durch, wird aber ziemlich überraschend von ein paar eingefügten lustigen Szenerien unterbrochen.
Für mich hat es sich so angefühlt, als sei die Geschichte in zwei Teile oder auch zwei "Welten" geteilt: die normale und die Hexenwelt, die zwar irgendwie ineinander greifen, aber dennoch getrennt voneinander sind. Die Geschehnisse und Menschen in der "normalen Welt" haben zwar einen gewissen Einfluss auf die beiden Hauptcharaktere in der "Hexenwelt", doch nur soweit wie sie diese in der "normalen Welt" erlebt hatten. Der Verlauf der Geschichte nimmt immer wieder unvorhersehbare Wendungen, die mich jedes Mal verblüfft haben und die Geschichte in komplett unerwartete Bahnen lenkt, wodurch auch das Ende ein komplett anderer ist, als man es sich zu Anfang des Romans gedacht haben könnte.

Fazit

Im Großen und Ganzen ist es ein guter Roman. Auch wenn diese Art von Fantasyroman nicht meinem Geschmack entspricht, so hat er trotz einiger Schwachstellen auch ein paar gute Seiten. Die immer wieder kehrenden Wendungen waren angenehm, nachdem ich viele Bücher gelesen habe, die immer den selben Verlauf hatten, wodurch ich jedes Mal voraussagen kann, wie das Buch enden wird. Dieser "Riss" in dem Roman, der die normale von der Hexenwelt trennt, finde ich ebenfalls interessant, auch wenn er mich, zusammen mit den vielen Wendungen, dazu gebracht zu vergessen, was der Auslöser für dieses Abenteuer war. Nachdem mich die vermehrten Fremdwörter, sowie die vielen auftauchenden Nebencharaktere etwas genervt und verwirrt haben, finde ich die plötzlichen witzigen Szenen inmitten dieses ganzen Ernstes am Besten.


LG
Alex

Ich hoffe meine Rezi war hilfreich für euch. Mich interessiert eure Meinung: Habt ihr das Buch vielleicht auch gelesen? Wie fandet ihr es?

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